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Inhalt

Im Gegensatz zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV), wo in Deutschland zahlreiche Unternehmen aktiv sind, gibt es im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) hierzulande fast ausschließlich Züge der Deutschen Bahn, die von der Konzerntochter DB Fernverkehr AG betrieben werden. Daneben fallen noch einige wenige grüne Schnellzüge der Marke „Flixtrain“ auf.

Im März 2026 startete ein weiteres Fernzugangebot zwischen Amsterdam Centraal und Berlin-Gesundbrunnen sowie Hamburg. Vermarktet wird es unter dem Namen „GoVolta“. Wir entdeckten dabei mehrere Besonderheiten, bezüglich des Fahrzeugeinsatzes und der Betriebsabwicklung.

Am 22. März 2026, drei Tage nach der Betriebsaufnahme, erreicht Zug GV 327 aus Amsterdam den Wendebahnhof Berlin-Gesundbrunnen. Die 193 828 ist eine Mietlok von Railpool und wird von Lokführern des EVU „Train Charter Service“ gefahren.

Am 22. März 2026, drei Tage nach der Betriebsaufnahme, erreicht Zug GV 327 aus Amsterdam den Wendebahnhof Berlin-Gesundbrunnen. Die 193 828 ist eine Mietlok von Railpool und wird von Lokführern des EVU „Train Charter Service“ gefahren.

„GoVolta“ ist kein EVU

Die Abkürzung „EVU“ steht für „Eisenbahnverkehrsunternehmen“. Nicht alle Bezeichnungen, die Du im täglichen Bahnbetrieb auf Zügen siehst, stehen für ein EVU. Einige sind nur Markennamen, andere stehen daneben auch für die Unternehmen, die das jeweilige Angebot vermarkten.

Exkurs in den Nahverkehr

Damit Du das besser verstehst, schauen wir uns im Nahverkehr einmal die „Mitteldeutsche Regiobahn“ an. Diese hat zwar nichts mit „GoVolta“ oder anderem SPNV zu tun, aber daran lässt sich gut demonstrieren, wie Markennamen in die Köpfe der Reisenden gebracht werden und die dahinter stehenden Unternehmen für die meisten gar nicht präsent sind.

Die Züge, auf denen „Mitteldeutsche Regiobahn“ (nebst dem Kürzel „MRB“) angeschrieben ist, verkehren (zum Erstellungszeitpunkt dieses Artikels) von Leipzig nach Chemnitz und Döbeln, von Elsterwerda nach Chemnitz sowie von Dresden über Chemnitz – Zwickau (Sachsen) – Plauen (Vogtland) nach Hof. Auf den Fahrzeugen steht unter dem genannten Markennamen noch der Slogan „Wir sind Transdev“. Damit hast Du die Information, zu welchem Konzern die Marke gehört, nämlich zur französischen Transdev. Transdev selbst ist auch kein EVU. Im Fall der MRB sind die verantwortlichen EVU die Transdev Regio Ost (TDRO) und die Bayerische Oberlandbahn (BOB). Wenn Du vor einem Fahrzeug mit dem Markennamen „Mitteldeutsche Regiobahn“ stehst, findest Du den Namen des EVU nicht auf den ersten Blick, sondern nur, wenn Du Dir die Anschriften am Fahrzeug genau anschaust. Reisende, die sich nicht mit dem Eisenbahnbetrieb beschäftigen, werden weder „TDRO“ noch „BOB“ kennen.

Exkurs zu Flix

Die heutige Flix SE (vormals Flixmobility GmbH) vermarktet die Fahrten von „Flixbus“ und „Flixtrain“ und ist somit Geschäftspartner der Reisenden, die dort buchen. Das Unternehmen besitzt weder Busse noch Züge. Es kooperiert mit Busunternehmen und EVU, welche die jeweiligen Verkehrsleistungen erbringen. Die Fahrgäste werden in den wenigsten Fällen wahrnehmen, wer die Leistungen tatsächlich erbringt. Im Busbereich sind es etliche Unternehmen im In- und Ausland, die für die Marke „Flixbus“ fahren.

Im Juni 2017 wurde die Flixtrain GmbH gegründet. Im August 2017 erhielt sie die Zulassung als EVU. Dennoch bediente sie sich zunächst auch diverser Vertragspartner, also anderer EVU, welche die Leistungen im Auftrag von Flixtrain erbrachten. Teilweise war das auch im April 2026 (Erstellungszeitpunkt dieses Textes) noch so. Die Reisenden nehmen nur die grünen Züge mit der Aufschrift „Flixtrain“ wahr und kaufen ihre Tickets bei der Flix SE. Mit den EVU, die den Betrieb durchführen, haben sie nichts zu tun. Als Reisender im „Flixtrain“ weiß man in der Regel auch nicht, zu welchem EVU das anwesende Zugbegleitpersonal gehört. Es trägt Kleidung in Unternehmensfarbe von Flix und mit dem Markennamen.

Schaut man sich die Anschriften der Reisezugwagen an, sieht man am Ende der Fahrzeugnummer meistens auch nicht die Halterkennung „FLIX“, die für „Flixtrain“ stehen würde. Es gibt eine Liste mit allen in Europa zugelassenen Fahrzeughaltern, die auf der Webseite der Europäischen Eisenbahnagentur (ERA) abrufbar ist. Den Link zu dieser „VKM-Liste“ (VKM = Vehicle Keeper Marking register) findest Du am Ende des Artikels. Die „Flixtrain“-Wagen sind zum großen Teil bei der Talbot-Services GmbH (TAL) eingestellt. Dieses Unternehmen hat die Gebrauchtwagen generalüberholt.

Fahrzeughalter ist nicht immer gleich Besitzer

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Die an den Fahrzeugen angeschriebene Halterkennung (Einsteller) sagt nichts über den Eigentümer des jeweiligen Fahrzeuges aus.

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Wer das jeweilige Fahrzeug tatsächlich besitzt, ist für Außenstehende in der Regel nicht zu ermitteln.

Der Fahrzeughalter ist Hauptverantwortlicher für den sicheren Betrieb und die Instandhaltung seiner Eisenbahnfahrzeuge (§ 4a Allgemeines Eisenbahn-Gesetz, kurz AEG). Er muss für jedes Fahrzeug eine für die Instandhaltung zuständige Stelle (ECM) zuweisen. Mit der am Fahrzeug angeschriebenen Nummer (an deren Ende Ländercode und Halterkürzel stehen) ist es im Nationalen Fahrzeugeinstellungsregister (National Vehicle Register, kurz: NVR) registriert. Dort wird auch die ECM hinterlegt.

Diese Regelungen gelten für alle in Europa verkehrenden Fahrzeuge (EU und andere Staaten). Selbst die Российские железные дороги (РЖД) / Rossijskije schelesnyje dorogi (RŽD) – also das staatliche Eisenbahnunternehmen der Russischen Föderation – ist in der VKM-Liste der ERA aufgeführt, um nur ein Beispiel von außerhalb der EU zu nennen.